Belvedere

Die wunderschönen barocken Schlösser des Belvedere mit seiner weitläufigen Parkanlage war einst der Sommersitz des Prinzen Eugen von Savoyen. Der österreichische Feldherr, der drei Kaisern diente und vom Volksmund der “heimliche Kaiser” des Reichs genannt wurde, ging als der legendäre Türkenbezwinger und Befreier Wiens in die Geschichte Europas ein. Er wusste, was er sich und seinem Ruf schuldig war und ließ sich das aus zwei Schlössern bestehende prunkvolle Sommerpalais auf einem Hügel errichten, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die ganze Innenstadt und den hinter dem Schloss aufsteigenden Wienerwald genießen kann.

Nach dem Tod des Prinzen verkaufte dessen Nichte den Besitz samt der darin enthaltenen Kunstschätze an das Kaiserhaus, das die kaiserlichen Kunstsammlungen in den Gebäuden unterbrachte. Das obere Schloß diente dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand bis zu dessen Ermordung in Sarajevo als Wohnsitz, das untere beherbergte seine Militärkanzlei. 1955 wurde im Oberen Belvedere der Staatsvertrag zwischen Österreich und den Alliierten unterzeichnet, heute enthalten beide Schlösser die berühmte “Österreichische Galerie”, eine Kunstsammlung, welche die Exponate dreier Museen umfasst.

Neben dem Österreichischen Barockmuseum mit Kunstwerken aus dieser opulenten Epoche und dem Museum mittelalterlicher österreichischer Kunst, wird die Österreichische Galerie des XIX. und XX. Jahrhunderts als das Highlight der im Belvedere beherbergten Sammlungen bezeichnet. Hier kann man die Werke fast aller Maler, die sich im 19. und 20. Jahrhundert Rang und Namen erworben haben, bestaunen. Geradezu magnetische Wirkung erzielt das von Gustav Klimt 1908 gemalte Werk “Der Kuss”, vor dem tagtäglich eine andächtige Besuchermenge Aufstellung nimmt.
Im großzügig angelegten Park des Belvedere, seinem Alpengarten und im nahen Botanischen Garten, wo einst Kaiserin Maria Theresia ihre Heilkräuter anbauen ließ, findet man Erholung und kann die gewonnenen Eindrücke in Muße verarbeiten.