Hundertwasser

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Wer kennt sie nicht, die skurrilen Häuser mit ihren farbenfrohen Fassaden, den krummen Wänden und den lustigen Zwiebeltürmen auf den Dächern. Friedensreich Hundertwasser hat Architekturgeschichte geschrieben und natürlich seine Geburtsstadt Wien entsprechend bebaut. Der 1928 unter dem Namen Friedrich Stowasser geborene Sohn eines Beamten studierte drei Monate an der Hochschule für Bildende Künste und machte sich danach zu einer mehrere Monate dauernde Europareise auf, um in Paris zu seinem Malstil und dem Künstlernamen “Hundertwasser” zu finden.

Bereits in den 1950er Jahren kritisierte er die praktizierte Architektur, die er als unmenschlich bezeichnete. Die moderne Zweckbauweise wurde von ihm als “Mordwaffe Architektenlineal” bezeichnet und er beschloss, selbst Pläne zu entwerfen, nach denen in den 1980er Jahren erstaunliche Häuser erbaut wurden. In der Löwengasse/Ecke Kegelgasse entstand das für damalige Zeiten ungewöhnlichste Wohnhaus in ganz Wien: Türme, Säulen, begrünte Dachterrassen und Figuren zierten das Gebäude, das bunt, teilweise gekachelt und verputzt Hundertwassers Vorstellungen von ökologischem und menschenfreundlichem Wohnen verkörperte.

Plötzlich wurde der bis dahin eher unbekannte Stadtteil von Touristen geradezu überrannt. Dieser Erfolg veranlasste Wiens Stadtväter zum Umbau des Nachbargebäudes, da die dort angesiedelte Reifenwerkstatt “Kalke” wegen des Besucherstroms nicht mehr arbeiten konnte. Es entstand ein Einkaufszentrum, “Kalke-Village” genannt, in dem Cafés, Läden, Souvenirshops und Galerien untergebracht wurden. Das Kunsthaus Wien folgte dem nach, und die bunten, in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Fassaden gehörten wie selbstverständlich zum Stadtbild von Wien.Hundertwasser verfolgte noch viele andere Projekte in der ganzen Welt, doch zog es ihn immer wieder nach Wien zurück. Hier gestaltete er die Müllverbrennungsanlage Spittelau der “Fernwärme Wien” und das Donauschiff “MS Vindobona”.Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser auf seinem Schiff im Pazifik; er fand seine letzte Ruhestätte in Neuseeland.