Klosterneuburg

Die unmittelbar hinter Wiens Stadtgrenze gelegene Kleinstadt ist vor allem wegen ihres Augustiner-Chorherrenstifts berühmt. Das wohl bedeutendste Stift Österreichs zeichnete sich in historischen Zeiten unter anderem durch seine Einflussnahme auf das Herrscherhaus aus. Das Chorherrenstift war nicht nur jahrhundertelang das wissenschaftliche Zentrum des Landes, es hob sich auch durch seine monumentale Bauweise von den übrigen Klosteranlagen ab. Das Anfang des 12. Jahrhunderts gegründete Stift wurde 1730 im Zeichen des Barocks ausgebaut und erhielt wegen seiner Größe und prächtigen Ausstattung den Beinamen “österreichischer Escorial”.

Besonders die glanzvollen Kaiserzimmer, die Kaiserstiege und der Marmorsaal zeigen die damalige Vorliebe für prunkvolle, in Gold, Farben, Stuck und Marmor schwelgende Bauweise. Dabei wurde nur ein Viertel der Ausbaupläne in die Tat umgesetzt, da die Bauarbeiten bereits nach zehn Jahren eingestellt wurden. Die Schatzkammer und die umfangreiche Bibliothek des Klosters mit über 160.000 Bänden sollte man ebenfalls nicht versäumen.

In der Leopoldskapelle verdient der “Verduner Altar” des Nikolaus von Verdun besondere Beachtung. Die in Gold gefassten Emailbilder mit biblischen Motiven zeigen Szenen aus dem Leben von Moses und Jesus. In einem oberhalb der Bilder angebrachten Schrein sollen die Gebeine Leopolds III. des Heiligen ruhen…
Auch Freunde moderner Kunst kommen in Klosterneuburg auf ihre Kosten: in einem lichtdurchfluteten Neubau im Südosten des Ortes ist die berühmte Privatsammlung Essl untergebracht, die mit etwa 4.000 Exponaten österreichische und internationale Kunst nach 1945 vermittelt. Gemälde, Skulpturen und Fotografien, zudem spannende Werkschauen und Themenausstellungen zeitgenössischer Künstler sind für Anhänger der modernen Kunst bei einem Wienbesuch ein absolutes Muss.