Körperwelten der Tiere

17. November 2010 bis 7. März 2011 in Wien

Der berühmte Plastinator Gunther von Hagens hat mit seiner umstrittenen Ausstellung „Körperwelten“ bereits häufiger für heftige Diskussionen gesorgt. Nun kommt der Künstler im November mit seiner neuen Ausstellung nach Wien, Eröffnung ist am 17. November 2010 im Naturhistorischen Museum.

„Körperwelten der Tiere“ dürfte die Öffentlichkeit weit weniger empören als die Plastinate der menschlichen Körper. So hat Gunther von Hagens zusammen mit seinen Mitarbeitern mehr als 60.000 Stunden an den Plastinaten von zwei Elefanten gearbeitet. Es handelt sich dabei um die ersten Plastinate dieser Art weltweit, für die Präparation benötigte man etwa 40.000 Liter Aceton und rund vier Tonnen Silikon.

Mit der neuen Ausstellung möchte von Hagens einen Einblick in die Anatomie verschiedener Tiere geben, so dass man auch die Gefäße, die inneren Organe und die Muskulatur der Lebewesen sehen kann. Unter anderem werden im Rahmen dieser Ausstellung auch eine mehr als fünf Meter große Giraffe, zwei Haie, ein Bär und ein Gorilla präsentiert. In Deutschland gastierte die neue Schau bereits, hier wollten etwa 160.000 Menschen die Plastinate der Tiere sehen.

Die Ausstellung dürfte nicht nur für die normale Bevölkerung von großem Interesse sein, sondern auch für Wissenschaftler und Biologen, denn bei den „Körperwelten der Tiere“ erhält man ganz besondere Einblicke, etwas Vergleichbares gibt es nicht. Die Ausstellung soll Menschen jeden Alters ansprechen, auch für Kinder ist diese Schau sehr interessant, denn eindrucksvoller als jedes Lehrbuch wird die Anatomie der Tiere dargestellt. So kann man davon ausgehen, dass auch zahlreiche Schulklassen die Ausstellung besuchen werden.

Das Innenleben der Tiere wird besonders detailreich dargestellt, so dass man auch viele Körperfunktionen besser verstehen kann, so dass die Ausstellung einen sehr hohen Lehrwert besitzt. Der Veranstalter empfiehlt ein Mindestalter von sechs Jahren für den Besuch der Ausstellung, da kleineren Kinder noch das Verständnis fehlt.

In den 70er Jahren wurde diese besondere Art der Konservierung, die Plastination, von Dr. Gunther von Hagens entwickelt. Die Körper können so vor Verwesung bewahrt werden und riechen auch nicht unangenehm. Um dies zu gewährleisten, entzieht man dem Körper zuerst jegliche Flüssigkeit und Fette und ersetzt diese anschließend durch Aceton. Dann folgt eine besondere Imprägnierung, bei welcher das Aceton dann wiederum durch Elastomere oder Harze ersetzt wird, bevor die Materialien dann unter der Einwirkung von Licht und Wärme ausgehärtet werden.

Alle Tiere sind auf ganz natürliche Art gestorben und wurden von verschiedenen Tierparks zur Verfügung gestellt. Ein Rundgang durch die komplette Ausstellung dauert etwa eine Stunde, es finden auch täglich Führungen statt, außerdem kann man an bestimmten Terminen auch einen Blick hinter die Kulissen der besonderen Ausstellung werfen.