Prater

Selbst diejenigen Besucher Wiens, die Volksfesten eher den Rücken kehren, sollten den Prater nicht links liegen lassen. Obwohl er nichts anderes als ein riesiger Vergnügungspark darstellt, besitzt auch Wiens größter Jahrmarkt, der das ganze Jahr über Saison hat, ein ganz eigenes Flair, typisch wienerisch eben. Die Hauptsensation des Praters ist unbestritten das Riesenrad, das neben dem Stephansdom zum zweiten Wahrzeichen Wiens geworden ist. Die Aussicht aus der Gondel von ganz oben über Wien und seine Umgebung ist sowohl tags als auch nachts einmalig. Selbst ist das Riesenrad von fast jedem Hotel in Wien sichtbar. Dieses gewaltige Karussell dreht sich übrigens schon seit 1898 unermüdlich in seinem gemächlichen Kreis, selbstverständlich wurde es seit dieser Zeit stets modernisiert und gewartet.

Seine Glanzzeit erlebte der seit 1766 bestehende Wiener Vergnügungspark im 19. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen völlig zerstört, doch bald schon konnten die Wiener ihren geliebten Prater mit den ersten bescheidenen Buden aufsuchen. Heute ist das Ganze eine Ansammlung von Schau- und Schießbuden, Karussells, Geisterbahnen, Spielautomaten und natürlich Wurstbuden aller Art.

Interessante Einblicke in die Entwicklung des Praters bietet das 1933 gegründete Pratermuseum. Hier kann man Originalobjekte bestaunen, die der kriegsbedingten Zerstörung entgangen sind. Bauchrednerpuppen, Ringelspielpferde und ein Watschenmann gehören zu den Exponaten dieses ungewöhnlichen Museums. Neben dem Volksprater liegt das Messegelände, auf dem die Weltausstellung von 1873 ausgetragen wurde. Im Frühjahr und Herbst findet hier alljährlich die Wiener Messe statt. Eine Trabrennbahn, das Ernst-Happel-Stadion und die Pferderennbahn Freudenau runden die Großanlage des Praters ab. Die etwa fünf Kilometer lange Hauptallee wurde schon zu allen Zeiten gern als Flaniermeile genutzt. Hier lustwandelten die Wiener an sonnigen Wochenenden und hier versammelten sich auch die Nazis zu ihren Aufmärschen. Picknickplätze, Wald- und Wiesenlandschaften mit kleinen hölzernen Gartencafés laden auch heute noch die Besucher zum Erholen und Entspannen in den Wiener Prater ein.