Stephansdom

Wiens wichtigstes Gotteshaus zeigt sich allein schon durch seine Größe: die Gesamtlänge beträgt 107 Meter, die Höhe des Langhauses misst knapp 39 Meter und der Südturm ist mit stolzen 136,7 Metern der dritthöchste Kirchturm Europas. Der Steffl, wie das Wahrzeichen Wiens von den Einheimischen liebevoll genannt wird, prägt das Stadtbild sowohl durch seine beeindruckenden Ausmaße als auch der charakteristisch gemusterten farbigen Dachziegeln wegen. Das ehemals romanische Bauwerk wurde ca. 100 Jahre nach seiner ersten Fertigstellung im gotischen Stil erweitert.

Bis in die Renaissance hinein wurde am Dom gebaut, erweitert und verändert, was nicht zuletzt Bränden, Erdbeben und Kriegen geschuldet war. Eine von den Wienern lebendig gehaltene Anekdote besagt, dass ein Teil des Doms mit Wein errichtet wurde. Als im Jahr 1450 der Wein zu sauer geraten war, wurde er auf Geheiß Kaiser Friedrichs III. zum Ablöschen des Kalks für den Fundamentbau verwendet, damit das Gemäuer auch recht gut zusammenhalten möge.

Ein kluger Entschluss, zumal das Gotteshaus heute noch steht. Auch hier sollte zuerst eine Rundumbesichtigung von Außen erfolgen, um die kunstvollen Figuren und die vielen Details der gotischen Fassade gebührend zu würdigen.

Das Innere des Stephansdom ist ebenso beeindruckend wie einer Kathedrale angemessen. Besonders die Kanzel verdient ein genaueres Hinschauen. Hier entdeckt man den Bildhauer Anton Pilgram, der sich als der sogenannte “Fenstergucker” ein bleibendes steinernes Denkmal setzte. Das Taufbecken aus rotem Salzburger Marmor ist ebenso zu bestaunen wie die gemalte “Dienstbotenmadonna” und das Grabmal Friedrichs III. Wer keine Scheu vor Grüften hegt, mag den Katakomben einen Besuch abstatten und den Sarkophagen Rudolfs IV. und seiner Ehefrau seine Aufwartung machen.
Sehr beliebt ist der Stefansdom besonders zur Adventszeit, wenn vor seinen Toren der wunderschöne Christkindlmarkt zum Bummeln und Glühweintrinken einlädt.