Wien – inside

Tipps, um die Stadt von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen. Wir verraten Ecken fernab der Touristenpfade. Aber pst! – muss ja nicht gleich jeder wissen…

Die Wiener Ringstraße ist mit Sehenswürdigkeiten gesäumt – das Parlament, das Rathaus, die Universität, die Hofburg, Natur-Historisches und Kunst-Historisches Museum – mit der Straßenbahnlinie Nummer 1 sind all diese Sehenswürdigkeiten ganz bequem zugänglich, ohne viel Geld in eine touristische Stadtrundfahrt zu investieren. Das sind auf alle Fälle die Sehenswürdigkeiten, den Stephansdom natürlich nicht zu vergessen, die vor allem Wienerstbesucher nicht auslassen dürfen. Wien ist eine vielbesuchte und eine gernbesuchte Hauptstadt. Jede Menge Jugendliche besuchen im Rahmen von Sprachreisen für Schüler oder im Zuge einer Klassenfahrt die österreichische Hauptstadt.

Kulturinteressierte aus aller Welt besuchen die Museen der Stadt oder die Kunstsammlungen im Schlössern wie Belvedere. Den „echten Wienern“ begegnet man auf Sprachreisen oder als Tourist nur selten, diese kennen auch Ecken fernab der Besucherscharen und der pompösen Paläste, die durchaus sehenswert sind!

Der Naschmarkt – eine Wiener Tradition

Der Naschmarkt zum Beispiel ist ein buntes Sammelsurium an Ständen – von frischem Obst und Gemüse, über seltene Gewürze und kulinarische Leckerbissen bieten die „Standler“ des Naschmarktes alles. Der Name stammt wahrscheinlich ursprünglich vom „Aschenmarkt“. Milcheimer wurden nämlich früher Aschen genannt und Milch wurde an den Ufern des Wienflusses, schon im 16. Jahrhundert verkauft. Erst nachdem der Wienfluss überdacht wurde, ließen sich die Händler, oder „Standler“ genannt, am Standort, den wir heute als Naschmarkt kennen nieder. Schon damals wussten die Wiener Hausfrauen, dass es am Naschmarkt das frischeste Obst und das beste Gemüse gibt, so günstig wie nirgends sonst in Wien.
Heute gesellt sich zum typisch Wienerischen das orientalische Flair der Stadt. Grüne Essiggurkerl neben persischen Granatäpfeln, Burenwurst neben Kepab, der Naschmarkt ist eine Mischung aus Markt und Bazar und genau das macht ihn so charmant. Kulturell und kulinarisch ist der Naschmarkt bunt gemischt. Als der wohl traditionsreichste Markt in Wien besteht er seit nun 80 Jahren. Schon fast zur Institution geworden, ist der Naschmarkt etwas, auf das die Wiener stolz sind und auf keinen Fall missen möchten.

Auf Freuds Spuren in der Berggasse

Das Museumsquartier ist genauso wie alle anderen Museen der Stadt unbedingt einen Besuch Wert. Ein etwas kleineres Museum, dessen Besuch sich aber auf jeden Fall interessant und aufschlussreich gestaltet, ist das Freudmuseum im ehemaligen Wohnhaus des weltbekannten Psychoanalytikers in der Berggasse. Tiefe Einblicke in Leben und Werk Sigmund Freuds werden hier geboten.
Von 1891 bis 1938, bis er also vor den Nationalsozialisten nach England flüchten musste, wohnte Freud in der Berggasse. 1971 wurde das ehemalige Wohnhaus der Familie mit der tatkräftigen Unterstützung von Freuds jüngster Tochter Anna in ein Museum verwandelt. Originale Möbelstücke, Erstausgaben bahnbrechender Werke des Begründers der Psychoanalyse, Gegenstände aus der privaten Antikensammlung können hier bestaunt werden. Auch das Wartezimmer von Freuds Praxis kann man betreten und in historischen Filmaufnahmen die private Seite des Wissenschaftlers näher kennenlernen.

Film ab in Wien

Ein Event, das zwar nur einmal jährlich in Wien über die Bühne geht, sich aber Jahr für Jahr immer größerer Beliebtheit erfreut ist die Viennale. Das Filmfestival findet immer Ende Oktober bis Anfang November statt. Seit 50 Jahren zeigt Wien im Rahmen der Viennale, dass es nicht zuletzt aufgrund seiner Lage im Herzen Europas auch über die Grenzen Österreichs hinausblickt. Neue Filme aus dem In- und Ausland werden präsentiert, jährlich kreist das gesamte Festival um einen bestimmten Schwerpunkt. Die diesjährige Viennale widmet sich eingehend dem Werk von Larry Cohen und William Lubtchansky. Cohen, der für seine eigenwillige Art Filme zu machen bekannt ist, wird persönlich an der Viennale teilnehmen.